Website des Journalisten Johannes M. Fischer
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Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen.

Das Thüringer Seelen-Projekt steht für einen Journalismusbegriff, der neben der Veröffentlichung und Verbreitung von Nachrichten, Informationen und Hintergrundanalysen verstärkt auf Formen setzt, die sich langfristig ins Gedächtnis graben, die zum tiefen Nachdenken anregen, Emotionen wecken und Leser ins Gespräch bringen. 

Die Mittelschicht galt lange Zeit als Hort der Sicherheit und Bodenständigkeit, doch der Boden schwankt. In der Medien- und Wissenschaftslandschaft ist inzwischen viel häufiger von Verwerfungen die Rede und - besonders in Ostdeutschland - mit dem vorherrschenden Gefühl, "Heimat" zu verlieren oder "abgehängt" zu sein. Das Thüringer Seelenprojekt macht es sich zur Aufgabe, die gegenwärtige Geistes- und Seelenverfassung der Thüringer zu vermessen.

Dabei gehen Journalismus und Soziologie Hand in Hand. In zwei zusammenhängenden Teilprojekten wenden sich die Autoren an ein breites Publikum. Im Mittelpunkt stehen das klassische Feuilleton, das Literatur, Reportage und Soziologie verbindet, sowie das Porträt.

Der Begriff der Seele ist schwer zu übersetzen. Er deutet zugleich auf das Geistliche und das Spirituelle hin. Bezogen auf die Bevölkerung einer Region, die religiös kaum geprägt ist, haftet dem Begriff ein Hauch von Ironie an, mit dem die Autoren spielen. Mithilfe von Beobachtungen und Gesprächen zur Arbeit, Freizeit, Konsum und Sinnfragen (anhand Themen wie Liebe, Ästhetik oder Tattoos) werden Hoffnungen und Enttäuschungen der Thüringer untersucht und in einen Zusammenhang gebracht.

Das ehrgeizige Projekt setzt eine intensive Recherche voraus, die im Winter 2018 begann. Die ersten Veröffentlichungen in der Thüringer Allgemeinen sind im September 2018 geplant.

Bei dem Projekt kooperieren die Tageszeitung Thüringer Allgemeine (Erfurt), das Département de sociologie und das Centre canadien d’études allemandes et européennes (Université de Montréal) und das Institut für Kulturwissenschaften (Universität Leipzig).

Akteure sind

  • Johannes M. Fischer, Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen
  • Prof. Dr. phil. hab.Barbara Thériault, Soziologin an der Universität Montréal
  • Dr. phil. hab. Thomas Schmidt-Lux, Kultursoziologe am Institut für Kulturwissenschaften der Universtität Leipzig
  • Dr. Anna Kurpiel, Ethnologin im Willy-Brandt-Zentrum für deutsche und europäische Studien der Universität Wroclaw